Montag, 3. Dezember 2012

"Wir sagen euch an...



...den lieben Advent.“ In diesem Sinne wünsche ich euch – einen Tag verspätet – einen schönen ersten Advent. Passend dazu hat es hier in Norwegen auch schon am Freitag angefangen zu schneien.
"Sehet die erste Kerze brennt!
Am Samstag wurde daher auch gleich der Weihnachtsmarkt in Haugesund getestet. Er ist zwar nicht so groß (nur der Rathausplatz), aber dennoch sehr interessant, was es alles zu sehen gab. Da gab es Buden, die selbstgestrickte Waren verkauften, etwa wie Pullover für Groß und Klein, Handschuhe im typischen Norwegenstyle oder Mützen, aber auch das Essen durfte ja nicht fehlen! Über Süßes, Riesenlutscher, selbstgebackene Kartoffelkuchen und andere Leckereien gab es alles – sogar auch FISCH! Da musste ich echt zweimal hingucken, da ich Fisch ja nicht unbedingt mit Weihnachtsmarkt verbinde, aber in den Gläsern lagen doch tatsächlich kleine Fische… Ob es den Fisch auch auf einem Weihnachtsmarkt in einer Stadt im Innland gibt weiß ich nicht, oder ob es hier nur daran liegt, dass ich in einer Stadt am Meer wohne!? Aber etwas vermisst habe ich die Glühweinbonbons, die ich sonst immer bei uns auf dem Weihnachtsmarkt kaufe. Dafür gab es aber noch so die ein oder andere Attraktion, die mich hat staunen lassen. Zum Beispiel gab es eine richtig schöne große Tanne mit einem etwas alternativen Weihnachtsschmuck. Mich hat es etwas an Cheerleading-Pompons erinnert :D
Weihnachtsmarkt in Haugesund
 Am Abend stand dann das „LysVåken“ auf dem Plan. Das ist eine Adventsnacht in der Kirche, zu der alle 11 Jährigen aus der Gemeinde eingeladen wurden. Das war, wie die Norweger sagen würden „utrolig hyggelig“ und „veldig koselig“. Mit 33 motivierten Kindern gab es zunächst eine „Perlenwanderung“. An verschiedenen Stationen gab es verschiedene Aktivitäten zu den verschiedenen Perlen des Christuskranzes, der anschließend geknotet wurde. Weiter ging es mit der Vorbereitung des Adventssonntagsgottesdienstes. In verschiedenen Kleingruppen haben die Kinder verschiedene Aspekte des Gottesdienstes mitgestaltet. So gab es beispielsweise: Gesang, Tanz, Drama oder Fürbitten. Beim anschließenden Abendessen – Pizza und Brownies - wurde dann auch schon mit einem kleinen Feuerwerk gebührend das neue Kirchenjahr eingeläutet. Nach dem Essen hatten alle die Möglichkeit verschiedene Weihnachtsgeschenke zu gestalten. Herausgekommen sind sehr schöne Seidenbilder, Taschen, Sitzkissen, Glasuntersetzer und Geschenkkarten.
 
Dies ist ein kleiner allgemeiner "Werbefilm" für LysVåken



  
Die Nacht in der Kirche war dann doch eine, wie der Ostwestfale sagen würde „interessante“ Erfahrung. Ganz so viel Schlaf gab es da nicht – also auf beiden Seiten… Mit 33 aufgeregten Kindern, die eine Nacht in der Kirche schlafen durften und davon 24 gesprächige Mädels war es mit der Nachtruhe um 12 Uhr doch schwierig. Als gegen 4.30 Uhr immer noch, mit zwischenzeitlichen Ruhen, gequatscht und getuschelt wurde, hab ich mich dann kurzerhand einfach „zu denen gesellt“ und gewartet, dass etwas Ruhe einkehrte. Ich hatte ja die Befürchtung, dass, sobald ich da weggehe, das Getuschel wieder anfängt, aber zu meiner Überraschung blieb es ruhig und auch ich konnte noch ein wenig Schlaf finden. Um 7.45 Uhr wurden wir dann alle von Kari, die „Deilig er den himmel blå“ auf der Orgel spielte, geweckt. Das war richtig schön!
Ach ja, beim Frühstück erzählte dann ein Junge, dass er die Nacht gar nicht geschlafen hätte. Danach kam die Frage an mich, ob ich das gewesen wäre, die sich in der Nacht vorne in die Stuhlreihen gesetzt hätte und „für Ruhe gesorgt“ hätte. Nachdem ich die Frage mit „Ja“ beantwortete kam die Aussage: „Ich glaub das war die einzige Stunde, wo ich geschlafen habe!“. Tja, wenn das kein Kompliment sein sollte :D

Im Adventsgottesdienst präsentierten die verschiedenen Kleingruppen den LysVåken-Song und Tanz. Zudem gab es das einstudierte Anspiel und die vorbereiteten Fürbitten. Doch es wurden nicht nur der erste Advent und der Beginn des neuen Kirchenjahres gefeiert, es war auch der erste Tag für die neue Liturgie in den norwegischen Gottesdiensten. Somit war es ein spannender und schöner Adventsgottesdienst. Auch wenn wir für mich unbekannte Adventslieder gesungen haben, waren diese total schön.

Ich freu mich jetzt schon richtig auf den Rest der Adventszeit und wünsche euch einen guten Start in die neue Woche :)

Donnerstag, 15. November 2012

Ja, ich will!

Ich liebe es Norwegisch zu lernen! Nicht nur, weil es einfach eine super schöne Sprache ist, sondern auch, weil wir einfach so viel Spaß haben. Nach meiner bestandenen Norskprøve2 konnte ich den Kurs wechseln und bin jetzt im höheren Kurs mit dem weiterführenden Buch. Das heißt, ich darf jetzt „alleine“ etwa 15 Kapitel mit Grammatik lernen und aufholen… Ich muss sagen, ich vermisse meinen alten Kurs schon etwas, aber ich bin auch froh vor die Herausforderung gestellt zu werden, die ganze Grammatik aufzuholen und so schneller zu lernen. Auch wenn die Texte jetzt etwas schwerer sind, klappt es doch gut mit dem verstehen und sprechen. Da taucht doch öfter die Fragen auf wie „Hvor lenge har du vært i Norge?“ und „Du har ikke lært norsk før?“ Tja, ich bin knapp 3 Monate hier und nein ich habe kein Norwegisch in Deutschland gelernt. Aber das sind nicht die einzigen Fragen, die mir gestellt werden. Da kommen dann auch persönlichere Fragen, die doch etwas mit der Zusammenstellung des Kurses zu tun haben ;) Die Leute in meinem Kurs kommen alle aus Ost-Europa, bzw. Asien und sind mit einem norwegischen Mann bzw. einer norwegischen Frau verheiratet oder Flüchtling und lernen schon seit etwa 2-3 Jahren Norwegisch. Tja, und als ich dann ich den Kurs kam, tauchten dann Sätze auf wie „Und dein Mann…?“ Wie bitte? Mann? Äh, nein, ich bin nicht verheirate!

Nachdem das geklärt war und wir auf meine Arbeit zu sprechen kamen tauchten noch weitere für den einen oder anderen unbegreifliche Tatsachen auf. 1. Ich werde nur für ein Jahr in Norwegen leben 2. Mir gefällt es hier in Norwegen sehr gut und ich könnte mir vorstellen hier zu leben – Aber warum gehst du dann nach einem Jahr wieder zurück, wenn es dir doch hier gefällt!? Danach kam der erste Vorschlag, dass ich mir doch hier einen Mann suchen sollte, damit ich in Norwegen bleiben kann. Also, falls ich nach dem Jahr nicht wiederkommen sollte, hat mein Kurs jemanden für mich gefunden :D

Heute kam dann aber der Hammer! Thema war eigentlich „Massmedier og informasjon“. Im Unterricht wurden dann auch fleißig verschiedenen Zeitungsartikel gelesen. Ganz genau, wie wir nach Shanghai gekommen sind, weiß ich nicht mehr, aber ich glaube über sprachen über Ärzte und dass die hier in Norwegen nicht so viele Tabletten verschreiben. In China dagegen sind Ärzte wohl sehr „übervorsorglich“ und verschreiben gleich einen ganzen Haufen Medikamente (wegen des Geldes). Irgendwie darüber müssen wir wohl auf die männliche Mentalität in China – insbesondere in Shanghai gekommen sein. Plötzlich hieß es von Xinju an mich gewandt: „Die Männer in Shanghai sind gute Männer. Richtige Gentleman, die sich um dich kümmern. Da wirst du jeden Tag geküsst!“ :D Jamie hat dann noch hinzugefügt, dass ich mir dann auch ja einen mit Geld suchen solle, damit sie mich dann in Shanghai besuchen könnten! Es wurde dann auch gleich schon halb eine Kursreise nach Shanghai geplant, damit ich meinen Shanghaimann finden kann – mein lieber Kurs, was würde ich nur ohne euch machen! :*

Sonntag, 11. November 2012

Good Night

Am Freitag, den 9. November, hieß es für alle TenSing Chöre aus der Region Haugaland „Good Night i Håvikhallen“. Das Ganze war keine Übernachtungsparty, wie man es aus dem Namen eventuell herauslesen könnte, sondern ein gemeinsamer Abend, an dem die TenSing Chöre aus Haugaland ein „gemeinsames Konzert“ gegeben haben. Und auch wir von OneWay waren mit dabei! Stattgefunden hat es in der Håvikhalle auf der Insel Karmøy (vor Haugesund).

An dem Abend gab es verschiedene Programmpunkte. Nach dem gemeinsamen Aufwärmen gab es um 19.00 Uhr die offizielle Begrüßung und einen kleinen Anbetungsteil. Anschließend ging es mit dem „Konzert“ los. Jeder Chor hatte im Vorhinein zwei Lieder vorbereitet, die „vorgetragen“ wurden. Bekannte Lieder wurden kräftig von den anderen Chören mitgesungen, bei rhythmischen Liedern wurde mitgeklatscht und getanzt. Wir waren die Ersten und haben den Konzertteil mit dem Negro spiritual „Motherless Child“ eröffnet. Ein richtig toller Song, der zwar langsam, melancholisch und auch schmerzerfüllt ist, aber die Gefühle der Unterdrückung und Sklaverei dadurch gut wiedergibt. Als zweiten Song gab es dann „Shackles“ als eine Art Antwort: „Take the shackles off my feet so I can dance. I just wanna praise you. I just wanna praise you. You broke the chains now I can lift my hands. And I'm gonna praise you. I'm gonna praise you.”
Von den anderen Chören gab es ganz unterschiedliche Songs. Dabei waren z.B. „You are holy (Prince of Peace)“, ein afrikanisches Lied, ... Anschließend gab es nochmal einen kleinen Anbetungsteil, der in eine Andacht und das Abendmahl überleitete.
Pia und Kristina
Oddveig und Line
je ein Mitglied aus einem Chor bei einer Challenge
DANS - Bømlo
Bømlo TenSing
Keystone
Nachdem der erste Teil des Abends vorüber war, gab es die Sportturniere. In Teams konnte entweder Volleyball oder Kanonball/Dutchball gespielt werden. Ich selber habe erst in einem Team, später in einem zweiten Team Volleyball gespielt. Ich muss sagen, es war richtig schön, nach langer Zeit mal wieder zu spielen. Ich habe aber auch gemerkt, dass  mir die Zeit ohne Sport nicht gut bekommt, am Samstag taten mir nämlich alle möglichen Knochen weh :D Auf jeden Fall hat es richtig viel Spaß gemacht, gemeinsam mit den anderen Mitgliedern aus OneWay Volleyball zu spielen – wir haben sogar fast das Finale erreicht! Wie genau wir das geschafft haben weiß ich zwar nicht, das war etwas verwirrend und ich habe nicht so ganz verstanden was das mit Finale A und B war, aber jedenfalls waren wir im Semifinale! :)
Zudem gab es noch ein kleines Feld, in dem man das Sumo-Ringen ausprobieren konnte. Pia und ich fanden das recht amüsant, wie zwei Personen in den dicken Sumo-Anzügen versuchen die jeweilige andere Person von den Matten zu „bekommen“. Tja, am Ende haben wir es doch selber Ausprobiert und hatten jede Menge Spaß. Was ich aber nicht gedacht hätte, wie anstrengend es ist, sich mit den Anzügen zu bewegen und wie kaputt man am Ende ist. Also kurz gesagt, die Sumo-Ringerkarriere ist nichts für mich :D
Team "En Vei"
die zukünftigen Sumo-Champions ;)

Gegen 1.00 Uhr waren dann alle Turniere gelaufen, die Sieger standen fest und die Müdigkeit war doch zu spüren. Als wir dann auf dem Rückweg waren, war ich doch recht froh zu wissen, dass mein Bett auf mich wartet! Es war wirklich ein sehr schöner Abend, mit all den Jugendlichen aus den verschiedenen Chören gemeinsam zu singen, Gott zu loben und die Gemeinschaft zu genießen!